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Coverstory

Starbesetzung

mit

Deepika Padukone

Ihren Status als Indiens bestbezahlte Schauspielerin und den Aufstieg in die Königsklasse von Bollywood hat DEEPIKA PADUKONE nicht etwa dem üblichen Vitamin B zu verdanken, sondern vielmehr ihrer schonungslosen Offenheit und dem perfekten Maß an Regelbrüchen. Mit AJESH PATALAY spricht sie über ihre Depressionen, kulturelle Vielfältigkeit und inwiefern die westliche Welt vom Ostern lernen kann…

Foto Stefano GaluzziStyling Helen Broadfoot
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Das größte modische Risiko, das Deepika Padukone je eingegangen ist? Ohne Zweifel, „die neongrüne Robe von Giambattista Valli, die ich in Kombination mit einem Kopftuch trug“, gesteht sie entschlossen. Gemeint ist die aufsehenerregende Tüllkreation, die sie Anfang des Jahres in Cannes präsentierte. „Meine Stylistin hatte Zweifel“, gibt sie zu. „Das Kleid fand sie super, aber das Kopftuch bereitete ihr Sorgen.“ Das Kopftuch war optional? „Für mich nicht, aber für meine Stylistin. Trotzdem habe ich es durchgezogen, weil ich vollkommen davon überzeugt war.“

Padukone gilt als die bestbezahlte Schauspielerin Indiens und spätestens mit diesem Outfit zog sie auch internationale Aufmerksamkeit auf sich. „Es geht weniger um meinen Einfluss auf den Westen, sondern darum, meine eigenen Grenzen auszutesten. Ich liebe Mode über alles und mache mich gerne zurecht.“ Auf die Frage, ob sie zu den Schauspielerinnen gehöre, die ihren Bollywood-Erfolg auch in Hollywood fortführen möchten, antwortet sie: „Ich finde den Gedanken dahinter ziemlich altmodisch. Die Welt hat inzwischen so viel mehr zu bieten. Wenn überhaupt, orientiert sich der Westen heutzutage vielmehr am Osten.“

„Es geht weniger um meinen EINFLUSS auf den WESTEN, sondern darum, meine eigenen GRENZEN auszutesten“

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Ohne Zweifel wendet die westliche Welt den Blick gen Osten, um genauer zu sein auf Deepika Padukone, deren Name sich Dee-pick-ah Pad-oo-coon spricht. Die 33-jährige Schauspielerin versetzt in Bollywood Berge, und in den letzten 12 Monaten ging es für sie steil hinauf. So wurde sie vom Time Magazine zu den 100 einflussreichsten Menschen 2018 gewählt, die Zeitschrift Forbes zählte sie im Dezember als erste Frau zu den Top fünf der bekanntesten indischen Prominenten. Diese Anerkennungen hat Padukone vor allem dem Erfolg von Padmavati zu verdanken. Das Historien-Epos spielte weltweit 90 Millionen Dollar in die Kinokassen ein. Zudem war sie im April an der Seite von Scarlett Johansson und Doona Bae auf dem Cover der „Global Talent“-Ausgabe der amerikanischen Vogue zu sehen. Vin Diesel, ihr Kollege aus XXX: Die Rückkehr des Xander Cage (2017) verkündete stolz: „Deepika ist das Beste, was diese Welt zu bieten hat“.

„Schlussendlich erreicht man den PUNKT, an dem man entweder die MEDIKAMENTE nimmt oder der DEPRESSION erliegt“

Ein weiteres Highlight für ihre 37,8 Millionen Instagram-Follower war die glamouröse Hochzeit am Comer See im November mit ihrem Co-Star und Frauenschwarm Ranveer Singh. Während unseres Interviews im Juli verriet sie, dass sie noch ein Geschenk für seinen Geburtstag am Folgetag besorgen müsse. „Was mag er denn?“ frage ich hilfsbereit. „Kleidung und schöne Dinge“, antwortet sie lachend.

Ihre beruflichen Triumphe feierte sie in diesem Jahr mit sensationellen Auftritten auf dem roten Teppich in Cannes und bei der Met Gala, wo sie in einer schulterfreien, pinkfarbenen Robe von Zac Posen dem legendären Barbie-Look Tribut zollte.

Kurz nach unserem heutigen Fotoshooting setzt sie in einem Studio in East London ein weiteres Fashion-Statement mit einem knallroten Trainingsanzug von Nike. Sie nennt den Look ‚Athleisure 2.0‘. In Indien werden Filmstars wie Götter behandelt, umso mehr beeindruckt Padukone mit ihrer Bodenständigkeit und macht heute ihrem Ruf alle Ehre: Mit zurückgebundenen Haaren und ohne Make-up wirkt sie entspannt und gut gelaunt. „Ich bin mal so frei, meine Füße hochzulegen“, sagt sie während unseres Gesprächs und macht es sich im Lotussitz auf dem Sofa neben mir bequem. In ihrem Trikot sieht sie aus wie eine Cricket-Spielerin während der Spielpause.

„Ich wollte dem STEREOTYP einer indischen Filmschauspielerin gerecht werden. Erst als ich mich GEGEN alle KONVENTIONEN entschied, ergaben sich die Dinge wie von selbst“

Gerade hält sie sich für die Dreharbeiten des indisch-hindi-sprachigen Films 83 in Großbritannien auf. Die Geschichte dreht sich um den Gewinn des indischen Cricket-Teams bei der Weltmeisterschaft 1983 und in Indien wird der Film bereits als Sensation gehandelt. Nicht zuletzt, weil Padukone darin die Frau des Kapitäns Kapil Dev mimt, der wiederum von ihrem Ehemann Ranveer Singh gespielt wird. Der gemeinsame Spitzname „DeepVeer“ macht deutlich, wie berühmt das Paar ist, wobei Padukone zweifelsohne der größere Star ist. Die Tatsache, dass sie ihre Teilnahme an dem Film für sich behielt, zeigt ihre Professionalität, aber auch die nötige Diskretion zwischen einer Schauspielerin und ihrem Mann. „Er hatte seine Rolle schon und ich wollte, dass der Regisseur ihm von meiner Besetzung erzählt“, erklärt sie.

Padukone ist zudem Teil des Produktionsteams. Der Film weckte ihr Interesse, weil sie selbst als Tochter des Profi-Badmintonspielers Prakesh Padukone die Geschichte von „den Opfern, die eine Frau oder Familie für den Erfolg eines Sportlers bringen muss“, erzählen wollte. „Ich habe mit meinen Eltern etwas ähnliches erlebt“, sagt sie. „Ich weiß, wie wichtig die Unterstützung für extrem ehrgeizige Menschen ist.“

Ebenso verheißungsvoll ist Chhapaak, basierend auf der indischen Überlebenden eines Säureangriffs, Laxmi Agarwal. Der Film wird von Padukone Co-produziert und sie übernimmt darin eine der Hauptrollen. Es handelt sich um ein soziales Projekt, dass ihre Fähigkeit beweist, sich mit schwierigen Themen auseinanderzusetzen. Als ich frage, wie sie sich beim Tragen der vernarbten Gesichtsprothese fühlte, sagt sie überraschend: „Wie ich selbst. Es hat mich erkennen lassen, dass das äußere Erscheinungsbild nur ein kleiner, bedeutungsloser Teil der Persönlichkeit ist. Vielleicht haben die Leute von mir erwartet, dass ich entsetzt, emotional oder verängstigt reagiere. Ich blickte meinem Aussehen jedoch vollkommen entspannt entgegen.“

Ein Zusammenhang mit ihrer eigenen Depression liegt nahe. Die öffentliche Auseinandersetzung mit ihrer privaten Situation trug 2015 zur Beseitigung des in Indien mit psychischen Krankheiten verbundenen Stigmas bei. Aufrichtig erzählt sie mir von den bewegenden Hindernissen, denen sie sich unter dem Einfluss von Medikamenten stellen musste. „Ich habe einige Wochen damit verbracht, die Medikamente mit mir herumzutragen. Was ich über die Nebenwirkungen und mögliche Abhängigkeit gehört hatte, machte mir schreckliche Angst“, gesteht sie. Schlussendlich erreicht man den Punkt, an dem man entweder das Medikament nimmt oder der Depression erliegt.“ Im Alltag macht sich Sorgen um einen Rückfall. Ihr Gesundheit kontrolliert sie, „indem sie sich dessen bewusst ist“, Sport treibt, meditiert und nachts sechs bis acht Stunden schläft.

„Mir wurde bewusst, dass das ÄUSSERE Erscheinungsbild nur ein kleiner, BEDEUTUNGSLOSER Teil der PERSÖNLICHKEIT ist“

Wenn sie erzählt, wie sie sechs Monate nach ihrer Diagnose damit an die Öffentlichkeit ging, versteht man ihre außergewöhnliche Überzeugungskraft: „Manchmal, wenn ich mir bei bestimmten Dingen sehr sicher bin, kommt das nicht von hier oben“, sagt sie und fasst sich an den Kopf. „Es kommt von hier drinnen“, und meint damit ihr Bauchgefühl.

Der Drive und ihre Entschlossenheit sind das Ergebnis ihrer Erziehung. Aufgewachsen in Bangalore, trat Padukone in die Fußstapfen ihres Vaters und spielte bis zum Alter von 16 Jahren auf nationaler Ebene Badminton. Ihre jüngere Schwester Anisha ist heute eine professionelle Golfspielerin. „Im tiefsten Inneren wusste ich, dass das nicht meine Zukunft war“, sagt sie und erklärt den plötzlichen Wechsel zur Schauspielerei. Bis dahin hatte sie allerdings nur an Theateraufführungen in der Schule mitgewirkt. Überraschenderweise stimmten ihre Eltern ihrer Entscheidung zu. Die unkonventionelle Sportlerkarriere ihres Vaters gab in der Familie den Anstoß, persönliche Leidenschaften künftig zu unterstützen. Im Jahr 2007 zog sie nach Mumbai, wo sie zunächst als Model arbeitete und erste Schritte in der Filmindustrie wagte. Der Anfang war nicht leicht, zumal sie keine Branchenkontakte hatte. Schließlich läuft in Bollywood alles über Vitamin B. Interessanterweise kam auch ihr Mann als Außenseiter zu seinem Beruf. Außerdem „versuchte ich mich zu verstellen“, sagt sie. „Ich wollte dem Stereotyp einer indischen Filmschauspielerin gerecht werden; mich auf eine bestimmte Weise verhalten und kleiden. Erst als ich mich gegen alle Konventionen entschied, ergaben sich die Dinge wie von selbst.“

Im Zuge der #MeToo-Bewegung in Hollywood frage ich sie, ob in Bollywood ähnliche Probleme thematisiert werden sollten. „So viele“, antwortet sie. „Wie das Team behandelt wird, wie viel Zeit man am Set verbringt, die fehlende Bezahlung.“ Als Produzentin hofft sie, mehr auf etwaige Aspeke eingehen zu können. Glaubt sie, dass andere Bollywood-Schauspieler ihren Einfluss dazu nutzen, etwas zu bewegen? „Nein. Ich glaube, die meisten kümmern sich einfach um sich selbst“, sagt sie. „Ich bin da anders. Meine jetzige Position möchte ich mir zunutze machen und es ärgert mich, wenn ich einflussreiche und talentierte Menschen sehe, die nicht über den Tellerrand ihrer Möglichkeiten hinausblicken. Jeder muss diese Entscheidung für sich treffen, aber mich stimmt das traurig.“

„Die meisten SCHAUSPIELER kümmern sich einfach nur um sich SELBST. Ich bin da ANDERS“

Ich frage, was der Westen ihrer Meinung nach von Bollywood lernen kann. „Vielfältiger zu besetzen“, sagt sie wohlüberlegt. „Obwohl man sich in Hollywood damit auseinandersetzt, hat die Branche noch einen weiten Weg vor sich, bevor wirklich verinnerlicht wird.“ Werden ihr nach wie vor nur stereotypische Rollen, die auf ihre Herkunft hindeuten, angeboten? „Ja, oder exotischere, wie zum Beispiel die exotische Assistentin des Detektivs“, sagt sie und rollt genervt mit den Augen. Wenn sie heute zu Meetings nach Los Angeles reist, dann tut sie das vor einem bestimmten Hintergrund. „Ich gehe nicht nur zu den Meetings, um mich vorzustellen, sondern auch um den Menschen die Welt außerhalb der amerikanischen Grenzen näherzubringen“, sagt sie. „Diese Welt gilt es gesehen zu werden.“

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